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Sabrina, 19 Jahre, Freiwilliges Soziales Jahr beim Theater

Was machst du konkret als FSJ'ler?

Eigentlich alles. Ich bin im Büro, mache Regieassistenz, kümmere mich um die Foyergestaltung etc. Im Büro arbeite ich die Post durch, bestelle Literatur und Texte von den Stücken, die wir aufführen, und bin auch für PR zuständig. Sonst bekomme ich viel von den Proben mit, bei denen ich je nach Projekt auch Regieassistenz mache. Außerdem gestalte ich Programmhefte zu Stücken. Ich helfe mit bei der Requisite und bei den Kostümen. Wir sind ein kleines Theater, da werde ich einfach überall eingesetzt, wo ich gebraucht werde. Irgendwie bin ich dadurch auch die Schaltstelle zwischen allen Abteilungen.

Sabrina, 19 Jahre, Freiwilliges Soziales Jahr beim Theater

Wie lange bist du schon dabei und was hält dich bei der Stange?

Ich bin seit September 2006 dabei. Was mich bei der Stange hält ist, dass es Spaß macht und das Wissen, dass man gebraucht wird. Ich sammle Erfahrungen und habe eine Orientierungsphase für mein weiteres Berufsleben. Ich interessiere mich sehr für Literaturwissenschaft und am Theater habe ich sehr viel mit Leuten aus dem Gebiet zu tun. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht so schlimm ist, eine "brotlose Kunst" wie die Literaturwissenschaft zu studieren. Das ermutigt mich sehr.

Steckbrief Sabrina
Hobbys: Musik, Sprache
Lieblingsgericht: Pizza
Beste Band: The Weakerthans
Fan von: Rocky Votolato
Traumberuf: Literaturwissenschaftlerin (Theater, Universität)

Was war bisher deine größte Herausforderung?

Regieassistenz! Die Arbeitszeiten werden viel länger, man ist dann vier Wochen nur noch mit der Premiere beschäftigt. Außerdem übernimmt man Verantwortung für das Gelingen der Aufführung, trägt also ein stückweit die Schuld, wenn irgendetwas nicht klappt. Am Anfang war es nicht so leicht mich einzuleben, da ich von weit weg hergezogen war, ein komplett neues Umfeld hatte und mit sehr wenig Geld auskommen musste. Aber die Arbeitsatmosphäre hat trotz manch schwieriger Künstler gestimmt, das hat mir sehr geholfen.

Andere gehen in der Zeit jobben oder treffen sich mit Freunden. Warum engagierst du dich ehrenamtlich? Spielt Geld keine Rolle?

Geld spielt schon eine Rolle, denn ich muss mich ja versorgen. Es gibt eben kein Luxus und keinen großen Urlaub. Aber der Gewinn, den ich aus dem Jahr ziehe, ist ein ganz anderer: ich lerne viele Leute aus dem (Kultur-)Bereich kennen, in dem ich später vielleicht arbeiten möchte. Dadurch kenne ich mich dann viel besser in dem Berufszweig aus. Außerdem kann ich damit einen sinnvollen Beitrag zur "Kultur" leisten. Dann gibt es noch die vielen (Weiterbildungs-)Seminare, die man als FSJler besucht. Dabei kann man viele interessante soziale Kontakte knüpfen.

Glaubst du von deinen Erfahrungen später bei der Jobsuche profitieren zu können?

Ja, sehr! Zunächst kann ich den NC (Numerus Clausus) bei der Studiumsplatzsuche anheben. Man kann schon viele berufliche Kontakte knüpfen. Ich darf zum Beispiel weiterhin beim Theater jobben und auch Regieassistenz machen und das ohne den ganzen Bewerbungs-Schnickschnack. Und wenn man gerade von der Schule kommt, bekommt man durch die vielen Aufgaben bei der Arbeit und die Seminare mit bis zu 120 Teilnehmern Selbstbewusstsein und Reife. Außerdem hat man schlichtweg schon Berufserfahrung gesammelt und ist keine Anfängerin mehr!

Was hältst du von einem verpflichtenden sozialen Jahr für alle nach der Schule?

Wenn es genügend Auswahl gebe, wäre es schon sinnvoll. Vielen Leuten würde es menschlich und vom sozialen Bewusstsein sicherlich gut tun. Und niemandem würde dieses eine Jahr an Zeit fehlen. Jungs müssen sowieso nach der Schule ihren Dienst leisten, wieso also auch nicht die Mädels. Man sollte nur aufpassen, dass die ganzen Stellen keinem die Jobs wegnehmen.

Impressum Druckversion Letzte Änderung: 25.08.2010
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